Tag 6, Regen
Heute wird ein schöner Tag, auch wenn es noch nicht so aussieht. Der Himmel Grau, die Wolken immernoch tief, es regnet… Und es ist kalt. Ich habe Bilder aus Deutschland gesehen, wir sind wettertechnisch nicht auf dem besten Fleck momentan. Aber was solls, wir sind ja nicht aus Zucker! Hier in den Häusern herrscht stricktes Schuhverbot. Zum ersten Mal bin ich darüber wirklich froh, denn so sehen die Räume trotz des Schietwetters noch ordentlich aus, man kann auch noch auf den Böden sitzen! Am Vormittag findet die zweite Gesprächsgruppe statt, die Jugendlichen sind dem Wetter angepasst in verregneter Laune, aber das Mittagessen kann die Moral der Truppe wieder heben!
Am Nachmittag starteten wir gegen schlechtes Wetter und trübselige Laune mit den großen „Norge-Games“, Spiele ohne Grenzen. 6 Teams mit je 5 Jugendlichen Kämpfen um die Freizeitkrone und dem damit verbundenen ersten Platz. Als Preis winkt ein Schmackhaftes Eis in Kristiansand! Es wurde sich gemessen im Wasserstemmen, Rätselfragen mussten beantwortet werden, während man plankt. Prominente wollten erkannt werden, Skatkarten gepustet und es gab Vollkontakt Kämpfe, in schützenden Luftballonanzügen. Ein spannender Nachmittag!
Das Abendessen bot für alle eine kleine Verschnaufpause, nach der es direkt mit dem zweiten Teil der Wettkämpfe weiterging: Der Trollabend. Die Gruppen bekamen die Aufgabe, einen der ihren oder alle, als Troll zu dekorieren und gemeinsam eine kleine Performance auf die Bühne zu bringen. Die Mitarbeiter*innen haben es sich nicht nehmen lassen ebenfalls mitzumachen. So hatten wir am Abend sieben wirklich schöne, kurze, Stücke, die uns wirklich gut unterhalten haben. Schade, wenn man das verpasst hat!
*Disclaimer*: Im Folgenden werden Szenen beschrieben, die Teile der Leserschaft verstören könnte. Der Inhalt wird Putzdienste, Benehmen bei Tisch und einen Fäkalientank beinhalten. Wer einen leicht reizbaren Magen hat sollte den Rest vielleicht nicht zu Ende lesen.
Wir kommen jetzt mal zu so genanntem „Real Talk“ ;) Die Jugendlichen unterstützen uns hier vor Ort beim Reinigen der Waschräume und der Flure, Und einigen sieht man dabei an, dass sie es entweder zum ersten Mal machen oder nicht besonders viel Lust haben. Vielleicht auch beides J Aber wir sind sicher, dass das Verantwortung für die Gruppe übernehmen den Charakter stärkt. Ich rate also allen, die es vorher vielleicht noch nicht getan haben, die Kinder beim Badezimmer putzen und Küche aufräumen in nächster Zeit mehr einzubinden, sie sind gerade gut in Übung und werden immer besser!
Apropos üben: Ein Thema, dass dieses Jahr auch viel Übung bedarf, ist: Essen für andere über zu lassen. Die Jungs hauen rein. Das ist auch kein Problem, es ist genug da! Wenn wir sie aber als erstes ans Buffet lassen, bleibt für die nachfolgenden Tische nichts über. Dafür landet aber eine Menge im Müll, weil man den eigenen Hunger dann doch überschätzt hat. Also üben wir fleißig in Maßen zu arbeiten, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Aber es geht vorran!
Eine nicht so schöne Sache: Die Häuser hier sind nicht an ein Abwassernetz angeschlossen, wir sind hier zu weit weg vom Schuss. Wir haben also Sickergruben und eine davon, natürlich die des Jungenhauses, ist überraschend voll. Wir warten also bis Montag morgen, dann wird die Grube ausgepumpt. Hier arbeitet Sonntags auch niemand ;) So lange müssen die Jungs einen etwas weiteren Weg auf sich nehmen um zu Duschen und die Toilette zu besuchen. „Scheisse gelaufen“




