Tag 7, Sonntag…
Die Jugendlichen haben es sich gewünscht, wir haben geliefert. Heute stand „ausschlafen“ auf dem Programm. Einzig, dass trotzdem zur selben Zeit Nachtruhe herrschen sollte, stieß gestern Abend auf Unverständnis. Wenn ich länger schlafen kann, kann ich doch auch später ins Bett gehen?
Das wurde dann in der Nacht auch nicht so umgesetzt, wie es gedacht war und sollte später noch für die erste amtliche Ordnungsansprache meinerseits sorgen.
Aber erstmal begann der Sonntag friedlich mit einem hervorragen Brunch Buffet, das Laura, Henni und Cara (ein kleines bisschen haben auch Edda und Enno geholfen) für uns hergezaubert haben. Frische, selbstgebackene Brötchen, selbstgebackenes Toast, Milchreis, Bratkartoffeln, frisches Obst und Porridge und noch so mancherlei Schmackhaftigkeit konnten sich die Teilnehmer*innen (kurz: Teilis) schmecken lassen. Ich habe ja darauf gewettet, dass die ersten schon vor der offiziellen Eröffnung des Buffets auf der Matte stehen werden. Da habe ich mich aber ordentlich getäuscht. Die ersten kamen um halb 11 zum Frühstück. Allerdings wissen wir von später am Tag, dass es in den Koffern so manch eines Jugendlichen anscheinend schier unendliche Vorräte an Knabberzeug und Fünf Minuten Terrinen gibt. Sogar eigene Wasserkochen sind dabei, um diese zuzubereiten. Das habe ich in den über 20 Jahren die ich das hier mache, auch noch nicht erlebt. Dann, um 16 Uhr fand unser erster Gottesdienst der Freizeit statt. Dieser wurde von uns Mitarbeiter*innen vorbereitet und durchgeführt und war von einer Menge Gesang geprägt. Wir fanden ihn sehr gelungen!
Nun zur oben erwähnten Ordnungsansprache. Sie wurde nötig, da mir über den Tag mehrere Geschichten zu Ohren gekommen sind, bei denen die Grenze der Privatssphäre (Zimmer betreten ohne Einverständnis, bedienen bei fremdem Eigentum) klar verletzt wurden. Außerdem musste ich eine allgemeine Ansprache zum Thema Pünktlichkeit machen. Die Maßnahmen scheinen aber gefruchtet zu haben, heute, am Montagabend, wo ich diese Zeilen schreibe, waren alle pünktlich. Der Rest wird sich zeigen.
Ich bin aber guter Dinge, dass jetzt wieder alle geradeaus Laufen und wir die zweite Woche entspannt genießen können.
Tag 8, Flekkefjord
Heute, am Montag, 27. Juli 2026, haben wir die, zumindest soweit ich mich erinnern kann, kürzeste Tagesfahrt in der Geschichte der Tagesfahrten durchgeführt. Keine zwanzig Minuten waren wir mit dem Reisebus unterwegs. Wir fuhren zusammen ein kleines Strandstück in Flekkefjord, der nächsten Stadt von uns aus, um dort bei sehr Wechselhaftem Wetter etwas zu baden. Hier hatten alle die Möglichkeit, den vorhanden Sprungturm zu nutzen, der bis zu 10 Meter hoch war und mehrere Stufen bot. Ein paar Mutige haben die Gelegenheit genutzt, der Rest ehrfürchtig zugeschaut!
Hier haben wir auch unser Mittagessen zu uns genommen. Diesmal gab es leckere Fischstäbchen mit Salat im Brötchen, alternativ vegane Nuggets. Lecker!
Im Anschluss hatten alle noch die Gelegenheit, den wirklich hübschen Ort zu erkunden. Einige taten dies ausgiebig, einige taten aus um ein WLAN Netz zu finden, dass das lange schon aufgebrauchte Datenvolumen ausgleichen kann.
Auch eine Sache die sich in den letzten Jahren doch sehr geändert hat. Ohne die Smartphones geht ja nicht mal mehr ein normales Gespräch. Schon verrückt, wie abhängig wir und die Teilis von den Dingern geworden sind.
Der Einkauf war auf jeden Fall sehr erfolgreich. Und weil in der Stadt die Läden bereits um 16 Uhr schließen, waren wir auch recht pünktlich wieder am Haus, haben ein gut vorbereitetes Abendessen genossen (Würstchengulasch) und warten jetzt gerade gespannt auf den Tagesschluss.
Ein kurzes Wort noch zum Thema Wetter. Es ist ein Wahnsinn. Hier ist innerhalb von 5 Minuten alles möglich. Sonne, Niesel, Starkregen, wieder Sonne, Temperaturstürze um gefühlt 15 Grad, alles innerhalb kürzester Zeit. Da wird man teilweise echt wuschig von!
Beste Grüße!



